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Steuerhinterziehung
Bundeszentralamt für Steuern versetzte Kritiker als angeblich „psychisch gestört“ in den Ruhestand

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von Hans-Martin Tillack
13.11.2020, 13:00 Uhr

Ein langjähriger Betriebsprüfer hat schwere Vorwürfe gegen das Bundeszentralamt für Steuern und das Finanzministerium erhoben. Anschließend wurde er als psychisch gestört eingestuft und vorzeitig in Rente geschickt.

Ein langjähriger Betriebsprüfer im Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) hat schwere Vorwürfe gegen das Amt sowie das Bundesfinanzministerium erhoben. In Schreiben, die der heute 62 Jahre alte damalige Oberregierungsrat Roland Zühlke bereits im Oktober und November 2015 an den damaligen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schickte, beklagte er einen angeblich nicht aufgeklärten möglichen Korruptionsfall sowie einen möglichen Fall von Steuerhinterziehung durch einen seinerzeitigen hohen Beamten des Ministeriums.

Der Diplom-Finanzwirt Zühlke beschwerte sich bei Schäuble auch über „Mobbing“ durch seine Dienstvorgesetzten im Bundeszentralamt. Nachdem er auf Schwächen beim Kampf gegen Steuerhinterziehung und Umsatzsteuerbetrug hingewiesen habe, sei ihm „illoyales Verhalten“ vorgeworfen worden.