Die Bundesregierung reagiert verärgert auf die angekündigten Sanktionen Russlands gegen deutsche und französische Beamte im Fall des vergifteten Oppositionspolitikers Alexej Nawalny. Ein solcher Schritt sei unangemessen und nicht gerechtfertigt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Russland müsse die Vergiftung des russischen Staatsbürgers Nawalny aufklären, die auf seinem Gebiet stattgefunden habe. Der Einsatz eines Nervenkampfstoffs sei ein schwerer Verstoß gegen das Völkerrecht.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte am Donnerstag Sanktionen gegen Deutschland und Frankreich angekündigt. „Diese Sanktionen richten sich gegen leitende Mitarbeiter der Führungsapparate in der BRD und in Frankreich“, sagte Lawrow. Details oder Namen nannte er nicht.

„Weil Deutschland die Lokomotive war für die Sanktionen der EU im Zusammenhang mit Nawalny und weil die Sanktionen leitende Mitarbeiter der russischen Präsidialverwaltung betreffen, werden wir das mit unserer Reaktion spiegeln“, sagte Lawrow weiter.

Vergangenen Monat hatte die EU – vor allem auf Druck der Regierungen in Berlin und Paris – Sanktionen gegen Personen im Umfeld von Russlands Präsident Wladimir Putin verhängt. Betroffen war unter anderem der Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, sowie weitere Vertraute von Präsident Wladimir Putin. (Lesen Sie hier mehr darüber, gegen wen sich die Sanktionen richten.)

Nawalny war am 20. August auf einem russischen Inlandsflug zusammengebrochen und nach einer Notlandung zunächst im sibirischen Omsk behandelt worden. Am 22. August wurde er zur Behandlung nach Deutschland in die Berliner Charité ausgeflogen. Der Bundesregierung zufolge wurde er mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Diese Diagnose wurde von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) und Labors in Frankreich und Schweden bestätigt. Russland hat eine Beteiligung an dem Anschlag auf Nawalny bestritten.

Nawalny wirft Putin vor,…