Es gibt viele Gründe, sich auf einer Reise den Gefahren der Natur auszusetzen. Aus Wissensdurst – wie etwa der berühmte deutsche Forscher Alexander von Humboldt, der am 9. September 2019 seinen 250. Geburtstag gefeiert hätte. Oder wie Werner Herzog, um einen Film über einen Exzentriker zu drehen, der im Urwald ein Opernhaus bauen will. Wenn Musiker sich auf Flussfahrten in abgelegene Gegenden begeben, dann, um neue Songtexte zu verfassen. Und hinterher mit Interviews ihre Fans zu verärgern. Till Lindemann, seit 1994 Sänger der erfolgreichen deutschen Band Rammstein und bekannt für Provokationen und krawallige Auftritte, sorgt durch Äußerungen in einem Doppelinterview mit seinem Freund und Reisekollegen, dem Musiker Joey Kelly, Spross der berühmten Kelly-Family, im Magazin Playboy für Aufregung.

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Darin erzählen die beiden von einer gemeinsamen Paddeltour 2017 auf dem Yukon durch Alaska. Sie plaudern über ihre langjährige enge Freundschaft, ihr Männerbild oder auch darüber, wie es für Till Lindemann war, in der DDR schon mit acht Jahren zum Extremschwimmer ausgebildet zu werden. 

Lindemann hält Therapien für überflüssig

Das Interview plätschert vor sich hin wie die Gewässer des Yukon, bis es sich in einem gefährlichen Strudel verfängt. Ganz nebenbei äußert sich Sänger Till Lindemann nämlich abschätzig über Psycho-Therapien. Sie seien „oft rausgeschmissenes Geld für Luxusprobleme“, sagt der Sänger etwa. Und weiter: „Ich habe noch niemanden erlebt, dem es dadurch besser gegangen ist. Ich kenne Leute, die aus einer Therapie zurückgekommen sind und für mich nicht mehr einzuordnen waren, die waren nicht mehr so, wie ich sie kannte. Ich finde es schwer zu ertragen, wie sich diese Menschen verändert haben.“ 

Das Musikmagazin Rolling Stone postete daraufhin einen Artikel über das Interview mit Lindemann und…