Die Londoner „Financial Times“ kommentiert die Weigerung von US-Präsident Donald Trump, den Wahlsieg Joe Bidens anzuerkennen:

„Grundlage jeder stabilen Demokratie ist der reibungslose Machtwechsel. Indem Donald Trump die mehr als 200-jährige Tradition Amerikas mit Füßen tritt, bringt er das System in Gefahr. Die Frage ist, warum? Denkbar ist, dass Trump versucht, mehr Spenden zu bekommen, um seine Wahlkampfschulden begleichen zu können. Mehr als die Hälfte der Spenden, die seine Kampagne für Wahlkampfklagen sammelt, kann laut dem Kleingedrucktem in die Tilgung ‚allgemeiner Wahlschulden‘ fließen. Es ist auch möglich, dass führende Republikaner Trumps Scharade mitspielen, um die Begeisterung der Basis für die Stichwahl am 5. Januar in Georgia anzukurbeln, die darüber entscheiden wird, welche Partei den US-Senat kontrolliert. Selbst die harmlosesten Erklärungen für Trumps Vorgehen sind zutiefst beunruhigend. Indem er diese Wahl als gestohlen brandmarkt, vergiftet er den Brunnen für Biden. Im Interesse aller Amerikaner sollte Trump so schnell wie möglich nachgeben.“