Diese Woche hat das deutsche Unternehmen Biontech positive Ergebnisse aus einer entscheidenden Studie mit einem Corona-Impfstoff angekündigt. Die Europäische Union hat bereits mehr als 300 Millionen Corona-Impfstoff-Dosen bestellt. Was in diesem Zusammenhang häufig erwähnt wurde: Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci sind Sohn beziehungsweise Tochter türkischer Einwanderer.

Das Biotech-Unternehmen ist nur ein Beispiel für deutsche Unternehmen, die von Menschen mit Migrationshintergrund gegründet worden sind. Diese spielen einer Studie zufolge eine wichtige Rolle für die deutsche Wirtschaft. Bei mehr als jeder vierten Existenzgründung im vergangenen Jahr hatten die Gründer demnach ausländische Wurzeln. „Gründungen sind wichtig für die Erneuerungskraft und somit für die Zukunftsfähigkeit einer Volkswirtschaft“, sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW.

„Deutschland profitiert deshalb seit vielen Jahren von der höheren Bereitschaft von Migrantinnen und Migranten, sich selbstständig zu machen.“ Das habe sich auch 2019 gezeigt.

Im vergangenen Jahr gab es 605.000 Existenzgründungen, in rund 160.000 Fällen hatten die Gründer einen Migrationshintergrund. Der Anteil stieg gegenüber 2018 deutlich um fünf Prozentpunkte auf 26 Prozent, wie eine Sonderauswertung des KfW-Gründungsmonitors zeigt. Innovationsgeist und die Wachstumsorientierung von Migranten bergen Köhler-Geib zufolge große Möglichkeiten.

Migranten wagen die Selbstständigkeit der Studie zufolge auch, weil sie häufig schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben – aber auch eine höhere Risikobereitschaft. Hinzu komme eine überdurchschnittlich starke Vorbildwirkung von Bekannten und Verwandten, die sich selbstständig gemacht haben. Als Migrant wird gezählt, wer die deutsche Staatsbürgerschaft nicht oder nicht von Geburt an besitzt.

Icon: Der Spiegel