37 Abgeordnete des Deutschen Bundestages haben den Offenen Brief unterzeichnet, der an seine Exzellenz Dr. Hassan Rohani gegangen ist, den Präsidenten der Islamischen Republik Iran. So heißt es überaus korrekt in der Anrede, doch die Zeilen danach werden dem Empfänger womöglich weniger gefallen haben. Die im Iran inhaftierte Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh müsse nicht zuletzt angesichts ihres angegriffenen Gesundheitszustandes freigelassen werden.

Über die Fraktionen hinaus

Der Brief ist von Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und dem Fraktionschef der Grünen, Anton Hofreiter, unterzeichnet, aber auch von einer Reihe anderer Parlamentarier seiner Fraktion. Aber auch Gyde Jensen von der FDP, Bärbel Kofler und Christoph Matschie von der SPD, der CDU-Abgeordnete Michael Brand und die Linken Anke Domscheit-Berg und Gregor Gysi unterstützen den Appell. 

In dem Schreiben wird darauf verwiesen, dass Sotudeh das Gefängnis für eine medizinische Behandlung vorübergehend verlassen konnte. Die Abgeordneten äußern die Hoffnung, dass die iranische Führung keine Repressalien gegen die Aktivistin zulassen werde. 

Mit Corona infiziert

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Sotudeh positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Sie habe sich in der Frauenanstalt Gharchak angesteckt, wohin sie vergangenen Monat verlegt worden war, schrieb ihr Ehemann Resa Chandan auf Facebook. In dem Gefängnis südlich der Hauptstadt Teheran seien die hygienischen Zustände katastrophal, so der Ehemann. In den vergangenen Wochen sind die Corona-Fallzahlen im Iran drastisch gestiegen.

Zu 33 Jahren Haft verurteilt

Sotudeh durfte vorige Woche nach über zwei Jahren erstmals in den Hafturlaub. Laut Chandan war der Gesundheitszustand seiner Frau in den vergangenen Wochen besorgniserregend, besonders nach ihrem fast 50-tägigen Hungerstreik. Unter anderem leidet die 57-Jährige an einer Herzschwäche, wegen der sie im September auch fünf Tage in einem Krankenhaus in…