1. Corona, die Zwischenbilanz

Das Virus in absoluten Zahlen: 21.866 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden meldet das Robert Koch-Institut heute, deutlich mehr als gestern und auch mehr als vergangenen Donnerstag. Bringt der Shutdown also nichts? „Vorsicht bei solchen Interpretationen“, sagt meine Kollegin Heike Le Ker aus unserem Gesundheitsteam. „Die Zahlen zeigen nur einen winzigen Ausschnitt des Infektionsgeschehens, sie schwanken stark.“ Wenn man etwa die letzten beiden Dienstage vergleicht, sinken sie. „Bis wir genauer wissen, wie gut die Maßnahmen wirken, dauert es wohl noch etwa eine Woche“, sagt Heike. Das RKI jedenfalls äußert sich schon „vorsichtig optimistisch“. (Hier lesen Sie mehr.)

Das Virus in Euro: Mit 3,4 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen als noch im September erwartet können Bund, Länder und Gemeinden für das kommende Jahr rechnen. Die Steuerschätzer rechnen also mit etwas höheren Einnahmen als befürchtet – oder mit weniger Ausfällen, je nach Perspektive. (Der Journalist gilt schließlich als ein Mensch, den das Haar mehr interessiert als die Suppe.) Es bleibt nämlich dabei, dass die Corona-Hilfspakete riesige Löcher in die Staatskassen reißen. Erstmals seit der Finanzkrise 2009 sinken die Steuereinnahmen in diesem Jahr. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

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Noch lernen sie in der Schule für das Leben

Foto: Guido Kirchner / picture alliance/dpa

Das Virus an Schulen: An 3000 Schulen gibt es angeblich wegen Corona keinen Regelbetrieb mehr, weil einzelne Klassen oder Jahrgänge in Quarantäne seien oder Schulen im Wechselmodell unterrichteten. Über 300.000 Schülerinnen und Schülern sind laut Lehrerverband in Quarantäne. Diese Angaben kursieren, zusammen mit dem Vorwurf: Salami-Lockdown! „Vorsicht bei diesen Zahlen“, warnt meine Kollegin Swantje Unterberg, die den Berichten nachgegangen ist. „Sie sind mindestens unvollständig. Die Angaben der Bundesländer lassen sich kaum vergleichen – aber leicht…