Sie war keine gute Schülerin und hat kein Problem, das zuzugeben. Sie ist Professorin heute, was soll’s also? Sie sei einfach zu wenig da gewesen, in der Schule, erzählt sie, die Klausuren habe sie dann zwar mitgeschrieben, und die seien auch okay gewesen, aber die mündlichen Noten konnten ja gar nicht gut sein.

Ihr fehlte die Abiturnote, die sie für ein bestimmtes Geschichtsstudium gebraucht hätte, also habe ihr der Vater geraten, Physik zu studieren. Warum nicht, dachte sie sich.

Sie ging von Kiel, wo sie geboren und aufgewachsen ist, nach Berlin und begann an der Freien Universität das Physikstudium, als eine von ganz wenigen Frauen.

Ihr gefiel besonders die Quantenphysik. Ein Begründer der Quantenmechanik, Werner Heisenberg, einer der größten deutschen Physiker des 20. Jahrhunderts, war überzeugt davon, dass Physik und Philosophie zusammengehören. Friederike Otto merkte, dass da etwas dran ist, und so eröffnete sich für sie ein Weg in die Wissenschaften, der sie weiter und immer weiterbringen sollte, hinein in die Klimaforschung und von dort dann in die Höhen ihres Fachs.