von Daniel Bakir
12.11.2020, 10:24 Uhr

Plastikmüll ist ein großes Umweltproblem, Recycling sollte eigentlich die Lösung sein. Der Chef der Öko-Reinigungsmittelmarke Frosch und der Präsident des Naturschutzbundes sprechen im stern-Interview über Pseudo-Recycling und Greenwashing der Konzerne – und erklären, was wirklich hilft.

Herr Schneider, Frosch produziert seit 1986 ökologische Reinigungsmittel. Und zwar nicht irgendwo in der Nische, sondern als Marktführer bei Haushalts-, WC-, und Glasreinigern. Wenn Ökologie und Ökonomie in Ihrer Branche so gut zusammengehen – warum macht das dann nicht jeder?

Reinhard Schneider: Weil Investitionen in Nachhaltigkeit die kurzfristige Rendite drücken. Großkonzerne sind einem erheblichen Druck ausgesetzt, jeweils zum Quartalsende den Börsenwert zu steigern. Wenn ein CEO dort eine Maßnahme vorschlägt, die sich erst in fünf Jahren am Markt positiv bemerkbar macht, dann bleibt er nicht lange CEO. Das kann ich als mittelständischer Familienunternehmer anders handhaben. Für mich ist Unternehmensführung ein Marathon und kein Sprint.

Herr Krüger, Sie arbeiten als NABU seit Jahren eng mit Werner & Mertz beim Thema Recycling zusammen. Was macht die Marke Frosch in Ihren Augen denn besser als die Konkurrenz? 

Jörg-Andreas Krüger: Frosch ist immer wieder…