Innenräume, in denen sich viele Menschen über längere Zeit aufhalten, gelten seit Langem als perfekt für die Ausbreitung des Coronavirus und als häufiger Ort sogenannter Superspreading-Ereignisse. Eine große Datenauswertung aus den USA bestätigt diesen Eindruck nun einmal mehr.

Demnach findet ein großer Teil der Infektionen an nur wenigen Orten statt, die sich dadurch auszeichnen, dass Menschen dort lange in größeren Gruppen verweilen. Die Wiedereröffnung von Restaurants, Cafés, Fitnesscentern treiben die Infektionszahlen demnach am stärksten nach oben.

Die Ergebnisse basieren auf der Analyse anonymisierter Handy-Bewegungsdaten von 98 Millionen Amerikanern in zehn der größten Ballungsräume des Landes, darunter New York, Los Angeles und Chicago. Sie wurden vorab ohne Fachprüfung im Fachmagazin „Nature“ Veröffentlicht und sämtliche Daten und Rechenmodelle zur Verfügung gestellt.

80 Prozent der Infektionen auf zehn Prozent der Orte zurückzuführen

Wissenschaftler um David Grusky von der Universität Stanford in Kalifornien fütterten ein Computermodell mit den Daten und erfassten, welche Orte die Personen zwischen März und Mai 2020 besuchten, wie lange sie sich dort aufhielten und auf wie viele Mitmenschen sie trafen. Das glichen Sie mit der Zahl der gemeldeten Coronafälle pro Tag ab.

So lernte das Modell die Wahrscheinlichkeit für Ansteckungen in den verschiedenen Städten anhand der Mobilitätsdaten vorherzusagen. „Wir können simulieren, wo und wann sich Menschen anstecken“, sagte die Doktorandin Serina Chang, die an der Arbeit beteiligt war.

Eine halbe Million verschiedene Orte flossen in die Begutachtung ein, darunter Parks, Kirchen, Restaurants, Geschäfte, Fitnesscenter, Tierhandlungen und Autohäuser. „Bis zu 80 Prozent der Infektionen waren auf nur zehn Prozent der Orte zurückzuführen“, so Chang. Allerdings variierten die Ergebnisse von Stadt zu Stadt etwas.

Geringere Personendichte, große Schutzwirkung

Ein Grundsatz blieb aber immer gleich: „Wir…