Die Gastronomie in Deutschland ist vom Corona-Shutdown im November mit am stärksten betroffen. Restaurants dürfen keine Gäste empfangen, nur Abholung und Lieferung sind erlaubt. Die Schließungen sollen dazu beitragen, die Kontakte zu reduzieren und wurden von Bund und Ländern zunächst bis Ende November verfügt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will allerdings keine Zusage geben, dass die Gastronomie am 1. Dezember wieder öffnen kann. Es sei entscheidend, dass die Zahl der Neuinfektionen wieder auf 50 Infektionen pro 100.000 in sieben Tage sinke, sagte Merkel der Nachrichtenagentur Reuters zufolge in einem digital veranstalteten Bürgerdialog auf eine entsprechende Frage. „Dann haben wir eine gute Chance“, fügte sie hinzu.

„Wir tun alles, um im Dezember wieder ein bisschen voranzukommen. Aber wir müssen durch einen schweren Winter.“ Sie wisse, dass die Gastronomie besonders betroffen sei, sagte Merkel und verwies auf die Entschädigungszahlungen.

Merkel mahnte, die Gesundheitsämter müssten die Kontakte nachvollziehen können. „Wir müssen alle ganz vernünftig sein“, sagte Merkel und appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, sich an die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen zu halten.

Ähnlich wie die Kanzlerin hatte sich zuvor auch der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, geäußert. Er sei „vorsichtig optimistisch“ hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Corona-Infektionslage in Deutschland. „Die Kurve flacht sich ab.“

Es sei aber noch nicht klar, ob dies eine stabile Entwicklung sei. Die Fallzahlen seien zuletzt weniger stark gestiegen. Dies zeige, dass Deutschland dem Virus nicht hilflos ausgeliefert sei. „Wir sind nicht machtlos“, sagte Wieler.

Das RKI hatte am Donnerstagmorgen fast 22.000 Neuinfektionen gemeldet. Wie das Institut unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 21.866 neue Ansteckungsfälle binnen einem Tag erfasst. Dies waren rund 3400 Neuinfektionen mehr als am Vortag, als knapp 18.500 neue Fälle…