Die Ausnahme für den beliebten Mann mit dem Rauschebart, der alljährlich am 6. Dezember den Kindern einen Besuch abstattet, legte die Regierung in Brüssel in einem Brief fest. Innenministerin Annelies Verlinden und Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke versuchten in dem augenzwinkernden gemeinsamen Schreiben den Sorgen von Kindern entgegenzutreten, die befürchten, dass sie dieses Jahr keine Geschenke erhalten.

Beide stellten klar, dass Sankt Nikolaus nicht in Quarantäne müsse, wenn er aus Spanien kommend in Belgien ankomme. Demnach darf er auch während der Ausgangssperre nachts über die Dächer gehen, um Geschenke in Schornsteine fallen zu lassen. „Lieber Heiliger, tue das, was Du am besten kannst: Mache jedes Kind glücklich. Wir zählen auf Sie“, betonen Verlinden und Vandenbroucke.

Alljährige Vorfreude auf Nikolaus

Seit Generationen stellt der Besuch des heiligen Nikolaus zu Beginn des Winters für belgische Kinder einen Höhepunkt in der vorweihnachtlichen Zeit dar, ebenso wie die Aktivitäten des Weihnachtsmanns am Heiligen Abend in vielen anderen Ländern.

Belgien zählt zu den europäischen Ländern, das am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie getroffen wurde. Um die Infektionen einzudämmen, hat die Regierung eine nächtliche Ausgangssperre, harte Quarantänebestimmungen und weitere Beschränkungen erlassen. In den vergangenen Tagen mehren sich allerdings die Zeichen für ein Abflauen des Infektionswachstums.

AHA-Regel gilt auch für Nikolaus

Mit Blick auf die Ausnahmeregelung rieten die Minister Sankt Nikolaus zur Vorsicht: Er solle „stets die Distanz wahren, regelmäßig die Hände waschen und eine Gesichtsmaske tragen“ – auch mit seinem langen weißen Bart.

Nach belgischer Tradition sollte Sankt Nikolaus am Samstag bei seiner jährlichen Ankunft mit dem Schiff im Hafen von Antwerpen offiziell begrüßt werden. Doch diese Zeremonie, an der in der Regel Hunderte von Kindern teilnehmen, wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

Die Corona-Krise hat auch…