Schwule, Lesben und andere Menschen aus der LGBTQ-Gemeinschaft werden in vielen europäischen Ländern noch immer diskriminiert – auch per Gesetz. Die Europäische Union (EU) will nun die Rechte von Menschen verschiedener Geschlechtsidentitäten und sexueller Orientierungen stärker schützen. Ein entsprechendes Strategie-Papier stellte die EU-Kommission in Brüssel vor.

Das Fünf-Jahres-Konzept befasst sich mit den Ungleichheiten und Herausforderungen, denen sich schwule, lesbische, bisexuelle und transsexuelle Menschen gegenüber sehen. Unter anderem will die EU-Kommission nun in Absprache mit den EU-Staaten die Verfolgung von homophoben Hassreden und Hasskriminalität verschärfen.

Adoptionsrecht soll verbessert werden

LGBTQ ist eine englische Abkürzung, die für lesbisch, schwul, bisexuell, Transgender und Queer steht. Oft werden auch die Varianten LGBTQI oder LGBTQIA+ verwendet. Jeder Buchstabe steht für die eigene Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung.

Neben dem Kampf gegen Homophobie soll unter anderem auch das Adoptionsrecht verbessert werden. Die gesetzliche Anerkennung von Elternschaften aus der LGBTQ-Gemeinde müsse gestärkt werden, heißt es im Papier – insbesondere in Situationen, in denen die Eltern in mehreren Ländern grenzüberschreitend lebten oder beheimatet seien. Gleichgeschlechtliche Elternpaare hätten insbesondere Sorge in Ländern, in denen die Adoption von Kindern in LGBTQ-Beziehungen nicht erlaubt ist, das Recht auf ihr Kind durchzusetzen. Unter anderem Deutschland macht es gleichgeschlechtlichen Paaren noch immer schwer, Kinder zu adoptieren.

Die einzelnen Punkte sind für die EU-Staaten nicht verbindlich. Die EU-Kommission will die Umsetzung allerdings beobachten und in drei Jahren Bilanz ziehen.

EU-Papier nimmt vor allem Polen ins Visier

In einigen europäischen Länder wird noch immer offen gegen sexuelle Minderheiten gehetzt. Der polnische Präsident Andrzej Duda hatte während eines Wahlkampfauftrittes im Sommer gesagt: „Man…