Joe Biden will seinen langjährigen Vertrauten Ron Klain zum Stabschef im Weißen Haus machen. Damit verkündete der gewählte US-Präsident seine erste Entscheidung zur Zusammensetzung des künftigen Regierungsteams.

Klain sei für ihn über die Jahre hinweg ein Berater von „unschätzbarem Wert“ gewesen, sagte Biden. Desen „tiefgreifende, vielfältige Erfahrung und Fähigkeit, mit Menschen aus dem gesamten politischen Spektrum zusammenzuarbeiten“, seien genau die Eigenschaften, die ein Stabschef im Weißen Haus in der derzeitigen Krisenlage des Landes brauche.

Schlüsselrolle für Klain

Beide haben bereits im Weißen Haus zusammengearbeitet, als Biden Vizepräsident unter Barack Obama war: Der heute 59-jährige Klain war zwischen 2009 und 2011 Bidens Stabschef. Er arbeitete auch schon für den Demokraten, als dieser im US-Senat saß – und als Biden sich 1988 und 2008 um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei bewarb.

Coronavirus-Teststation im US-Bundesstaat Illinois

2014 wurde Klain von Obama zum Koordinator der Maßnahmen der US-Regierung gegen die Ebola-Epidemie ernannt. Während der Corona-Pandemie in diesem Jahr tat sich Klain als Kritiker von Präsident Donald Trump hervor.

Viel Beachtung fand ein Video, in dem er erläutert, was eine Biden-Regierung in der Pandemie anders gemacht hätte und künftig tun will. Biden hat den Kampf gegen die Corona-Krise zu einem seiner politischen Schwerpunkte erklärt. Klein dürfte dabei eine Schlüsselrolle zukommen.

Unterstützung für den Präsidenten

Der Stabschef zählt zum Kabinett, muss aber – anders als Minister – nicht vom Senat in Washington bestätigt werden. Er kontrolliert, wer Zugang zum Präsidenten hat, verwaltet dessen Terminkalender und regelt den Informationsfluss. In seinen Aufgabenbereich fallen auch Verhandlungen mit dem Kongress.

Trump hat seinen Stabschef mehrfach ausgewechselt. Mark Meadows ist bereits der vierte in dem Amt. 

wa/AR (afp, dpa, rtr, ap)