Im Zuge der Massenproteste in Belarus gegen Staatschef Alexander Lukaschenko hat das brutale Vorgehen der Sicherheitsbehörden und maskierten Schlägertrupps international für Entsetzen gesorgt. Nun berichten belarussische Medien über den Tod eines jungen Mannes in Minsk.

Dem unabhängigen Nachrichtenportal „tut.by“ zufolge wurde der 31-jährige Roman Bondarenko am Mittwochabend in der belarussischen Hauptstadt von Vermummten attackiert und schwer verletzt. Anschließend sollen die Unbekannten ihn in einem Kleinbus abtransportiert und ins Krankenhaus gebracht haben. Das Vorgehen ist aus zahlreichen Berichten über Attacken und Entführungen der belarussischen Sicherheitskräfte bekannt. Die Polizei hat laut „tut.by“ Ermittlungen eingeleitet.

Die Versuche der Ärzte, Bondarenkos Leben zu retten, seien erfolglos geblieben: Seine Familie habe bestätigt, dass er seinen Verletzungen erlegen sei, meldete „tut.by“. Auch andere belarussische Medien berichteten über die Attacke und den Tod des jungen Mannes. Bilder zeigten ihn in Uniform.

Dem Angriff war den Berichten zufolge ein Streit über Bänder in den weiß-rot-weißen Farben der Protestbewegung vorausgegangen, die vor dem Wohnhaus des Opfers befestigt waren.

Dieses befinde sich am „Platz des Wandels“ – einem bekannten Treffpunkt von Oppositionellen in Minsk, den diese so getauft haben. Am Donnerstagabend versammelten sich dort zahlreiche Menschen, um des Opfers zu gedenken, wie in Videos in sozialen Medien zu sehen war. Auch „tut.by“ verbreitete die Aufnahmen.

In den vergangenen drei Monaten hatten immer wieder Zehntausende Menschen gegen die umstrittene Wiederwahl von Lukaschenko protestiert. Die Behörden gingen gewaltsam gegen friedliche Demonstranten vor.

Die Wahl vom 9. August wurde von massiven Betrugsvorwürfen überschattet. Auch die EU bezeichnete die Abstimmung als weder frei noch fair und verhängte Sanktionen gegen politisch Verantwortliche in dem Land. Die Opposition hat zwar viel Zuspruch aus dem Ausland…