In Vorbereitung auf umstrittene Bauarbeiten für eine jüdische Siedlung auf den Golanhöhen sind israelische Archäologen auf Überreste einer rund 3000 Jahre alten Festung gestoßen. Der Fund geht auf die Zeit von König David zurück (11. bis 10. Jahrhundert vor Christus). Nach Angaben des Grabungsleiters umfasste der ursprüngliche Bau eine Fläche von mehr als tausend Quadratmetern.

Die Festung war vermutlich im Besitz von Verbündeten Davids, die zu dieser Zeit den südlichen und zentralen Golan beherrschten. In den Überresten stießen die Forscher auch auf einen großen Basaltstein, der mit zwei gehörnten Figuren mit ausgebreiteten Armen und Waffen in den Händen verziert ist. Die Festungsanlage mit rund 1,50 Meter breiten Mauern liegt an einem strategisch günstigen Ort auf einer Anhöhe mit Blick über die Region.

Die Festung auf den Golanhöhen ist etwa 3000 Jahre alt

US-Präsident Donald Trump als Namensgeber

Bereits 2019 hatten Archäologen bei Grabungen im Et-Tell am Fluss Jordan nördlich des Sees Genezareth eine Steinstele mit einer vergleichbaren Darstellung gefunden. Die Baupläne des neuen Wohnviertels Hispin sollen nun angepasst werden, damit der Fund erhalten bleiben kann.

Israel hatte die Golanhöhen 1967 im Sechstagekrieg von Syrien erobert und 1981 annektiert. Die meisten Staaten haben die Annexion bis heute nicht anerkannt. Der noch amtierende US-Präsident Donald Trump hatte die Golanhöhen hingegen 2019 als Staatsgebiet Israels anerkannt. Israels erster Siedlungsbau seit 20 Jahren wird deshalb nach ihm benannt.

mit KNA (tl/ka)