Sein Mandant sei „sehr glücklich“ über das Urteil, sagte Levent Kanat, Verteidiger des Kooperationsanwalts der Deutschen Botschaft in der Türkei. Der türkische Anwalt ist von einem Gericht in Ankara vom Vorwurf der Spionage freigesprochen worden.

Das Gericht in Ankara sah demnach auch keine Beweise für die Vorwürfe einer Verletzung der Privatsphäre und des Erwerbens oder Verbreitens persönlicher Daten. Ein weiterer angeklagter Anwalt sei ebenfalls in allen Anklagepunkten freigesprochen worden. Vertreter der Deutschen Botschaft und der Botschaften Norwegens, der Niederlande und Schwedens hätten die Verhandlung beobachtet.

Der sogenannte Kooperationsanwalt war im September 2019 verhaftet worden und ein halbes Jahr später aus der Untersuchungshaft freigekommen. Der Fall war besonders brisant, weil der Jurist den Auftrag hatte, Angaben von Türken zu überprüfen, die in Deutschland Asyl beantragt hatten. Berlin geht davon aus, dass den türkischen Behörden durch die Festnahme des Anwalts sensible Daten über Asylbewerber in die Hände gefallen sind.

Nach Angaben des Bundesamts für Migration (Bamf) vom Januar hatte der Anwalt zum Zeitpunkt der Festnahme Vorgänge zu 59 Asylverfahren bearbeitet, die 113 Menschen betreffen. Aus der Anklageschrift geht hervor, dass bei ihm Protokolle zu Personen für verschiedene europäische Botschaften gefunden wurden. Mehr als 900 Dokumente betrafen demnach die Deutsche Botschaft.

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