Bei einer Gedenkfeier zum Ersten Weltkrieg sind in der saudischen Hafenstadt Jeddah nach französischen Angaben mehrere Menschen durch einen Sprengstoffanschlag verletzt worden. Der Angriff habe sich während einer Feier auf einem nicht-muslimischen Friedhof ereignet, die an den Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg am 11. November 1918 erinnert habe, teilte das französische Außenministerium der Deutschen Presse-Agentur in Paris mit. Über die Nationalität der Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

An der Veranstaltung hätten mehrere ausländische Konsulate teilgenommen, auch das französische. Deutsche Diplomaten waren nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt in Berlin nicht bei der Gedenkzeremonie vertreten. Frankreich verurteile dieses „feige Attentat“.

„Erhöhte Wachsamkeit“ für Franzosen

In Jeddah im Westen Saudi-Arabiens war es erst Ende Oktober zu einem Angriff auf einen Wachmann vor dem französischen Konsulat gekommen. Der Wachmann wurde verletzt, der einheimische Angreifer festgenommen. Die Botschaft hatte daraufhin alle Franzosen in Saudi-Arabien zu „erhöhter Wachsamkeit“ aufgerufen. Am selben Tag ermordeten mutmaßliche Islamisten zudem im südfranzösischen Nizza drei Menschen in einer Kirche.

Paris hatte bereits zuvor Warnungen für Franzosen in der Türkei, in Bangladesch und Indonesien ausgesprochen. Hintergrund waren die Spannungen zwischen Frankreich und vielen muslimischen Ländern wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte nach dem islamistischen Anschlag auf einen Lehrer bei Paris die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen vehement verteidigt. Er löste damit heftige Proteste in vielen muslimischen Ländern aus, es gab auch Boykott-Aufrufe gegen französische Waren.

Saudi-Arabien ist vom Wahhabismus geprägt, einer besonders strengen und traditionellen Auslegung des Islam. Dort befinden sich auch die meisten heiligen Stätten des Islam. Das Königreich hatte die Veröffentlichung der…