1975, kurz vor seinem 30. Geburtstag, sagte Neil Young in einem Interview mit dem „Rolling Stone“, jede seiner Aufnahmen wäre für ihn „wie eine laufende Autobiografie … Meine Mission lautet, auszudrücken, was in mir vorgeht.“

Blickt man 45 Jahre später auf diese Aussage zurück, ist es genau das, was die ruhelose und höchst produktive, preisgekrönte Ikone des Rock, Country und Folk in den vielen Jahrzehnten ihrer Karriere getan hat – und die ist noch längst nicht zu Ende. Der Gitarrist, Sänger und Songschreiber hat mit zahlreichen Bands und Sängern zusammengearbeitet, darunter Pearl Jam, Linda Ronstadt, James Taylor, Emmylou Harris und viele weiteren.

Neil Young beim Roskilde Festival in Dänemark 2016

Neil Young zählt zu den besten Gitarristen der Welt

Bei einem Ranking des „Rolling Stone“ kam er 2015 unter die Top 20 der 100 großartigsten Gitarristen. Es hieß: „Neils Spiel erinnert an eine offene Röhre direkt von seinem Herzen zum Publikum.“ Tatsächlich war seine Art zu spielen inspirierend für viele Bands. Er wurde der „Godfather des Grunge“ genannt, weil er den unangefochtenen Star des Genres, Kurt Cobain, beeinflusst hatte. 

Die Musikkarriere begann mit einer Ukulele

Neil Young wurde am 12. November 1945 im kanadischen Toronto geboren. Der Junge, der an den Folgen einer Kinderlähmung litt, interessierte sich schon in jungen Jahren für Musik. Sein erstes Instrument war eine Ukulele. Im „Rolling Stone“-Interview von 1975 erinnerte er sich, dass er an einem bestimmten Punkt einfach nicht mehr habe aufhören können, über das Musikmachen nachzudenken: „Ganz plötzlich wollte ich eine Gitarre und das war’s.“ 1963 gründete er die Folk-Rock-Gruppe „The Squires“, er brach die Schule ab, um in den Clubs der Stadt und in Cafés zu spielen. Während dieser Zeit begegnete er auch dem Sänger Stephen Stills. 

Der produktive Musiker Neil Young im Jahr 1972

In den 1960er-Jahren zog er nach Los Angeles und gründete 1966 gemeinsam mit Stills und drei…