Anders als Autofahrer sollen Spediteure mit schweren Lastwagen die Sprit-Preiserhöhungen in Deutschland im Zuge der CO2-Abgabe nicht zahlen müssen. Die höheren Dieselpreise an der Tankstelle von etwa acht Cent pro Liter ab Januar sollen mit der geplanten neuen Lkw-Maut verrechnet werden können, heißt es aus dem Verkehrs- und Umweltministerium. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, die Entlastung werde derzeit geprüft. Mit dieser will man deutsche Spediteure im internationalen Wettbewerb vor einer Doppelbelastung schützen: auf der einen Seite die nach CO2-Ausstoß ausgerichtete höhere Lkw-Maut, auf der anderen die CO2-Abgabe auf Sprit.

Jährlich dürften die Spediteure auf diese Weise nach Schätzungen aus Branchenkreisen etwa 400 Millionen Euro bei der CO2-Abgabe sparen. Sowohl Umwelt- als auch Verkehrsressort verwiesen auf einen Passus in der Gesetzesbegründung zur CO2-Abgabe, der bisher kaum beachtet wurde. Dort steht, dass eine Entlastung der Spediteure im Zuge der neuen Lkw-Maut geprüft werde. Deutsche Speditionsunternehmen befürchten, dass etwa osteuropäische Konkurrenten die CO2-Abgabe in Deutschland umfahren werden, indem sie noch im Ausland günstig große Mengen Diesel in Zusatzbehälter tanken. Von der geplanten Lkw-Maut-Erhöhung durch eine zusätzliche CO2-Komponente wären ausländische Spediteure allerdings genauso betroffen, da sie in der ganzen EU gelten wird.

Die technische Umsetzung wird allerdings nicht einfach: Wer in Deutschland tankt, müsste die Belege aufbewahren, seine höheren Maut-Kosten durch die CO2-Komponente nachweisen und das Geld entsprechend zurückfordern, wenn die höhere Maut dann wie geplant ab 2023 kassiert wird.

Die CO2-Abgabe in Deutschland greift ab Januar sowohl für Diesel und Benzin als auch Gas oder Heizöl. Sie wird in den kommenden Jahren schrittweise weiter erhöht. Mit den Erlösen soll vor allem die Abgabe für Strom aus erneuerbaren Energien gesenkt werden.

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