Donald Trump kann das Ende schon hören. Vor dem Weißen Haus haben Arbeiter begonnen, die Tribünen für die Vereidigungsparade seines designierten Nachfolgers Joe Biden aufzubauen. Das „Hämmern und Sägen“, berichtet NBC-Korrespondentin Kelly O’Donnell, lasse sich selbst im Oval Office nicht ignorieren.

Auch am anderen Ende der Pennsylvania laufen die Vorbereitungen längst. Vor der Westfront des US-Kapitols stehen die ersten Holzgerüste für die Plattform, auf der Biden den Amtseid ablegen wird. „Wir schreiten voran“, sagte der republikanische Senator Roy Blunt, der den für die Feierlichkeiten zuständigen Kongressausschuss leitet, zu ABC News – wobei er betonte: „Egal, wer von ihnen vereidigt wird.“

Denn der US-Präsident weigert sich auch weiterhin, die fast unvermeidliche Realität zu akzeptieren und das – in der Tat noch inoffizielle – Wahlergebnis anzuerkennen. Stattdessen tut Trump, jahrhundertelanger Tradition zum Trotz, alles, um die Amtsübergabe an Biden zu erschweren. Er blockiert, sabotiert, leugnet, lügt und tut, als habe er die Wahl gewonnen.

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Letzte Station Golfkurs: Trump nach seiner Wahlniederlage am Wochenende

Foto: Evan Vucci / AP

Dabei lügt der Terminkalender nicht. Die Resultate in den Bundesstaaten sind teils zwar noch immer nicht fertig ausgezählt, doch an Bidens Gesamtsieg dürfte sich nichts ändern. Die Ergebnisse werden am 14. Dezember offiziell, wenn die Mitglieder des Wahlleutekollegs zusammenkommen. Dann müssen auch alle Recounts erledigt sein – Nachzählungen in einzelnen Staaten, auf die Trump setzt, um das Ergebnis vielleicht doch noch zu kippen. Formell verkündet wird das schließlich am 6. Januar vom Kongress, und Biden wird am 20. Januar um zwölf Uhr mittags vereidigt.

Verhindern kann Trump das alles zwar so gut wie nicht mehr. Doch bis dahin bleibt ihm noch viel Zeit und Gelegenheit, Biden nicht nur den Antritt zu vermiesen und möglichst viel verbrannte Erde zu hinterlassen –…