Der Chef der zuständigen Arbeitsagentur Frankfurt (Oder), Jochem Freyer, verbreitet bei dieser Frage gute Stimmung. Er gehe fest davon aus, dass der US-Elektroautobauer Tesla seine Beschäftigten in Grünheide tariforientiert entlohnen wird, sagte er jetzt dem „Handelsblatt“: „Tesla zahlt deutlich besser, als es ortsüblich ist, und wird sich am Gehaltstarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie orientieren.“

Der US-Konzern Tesla gilt, wie typische Start-ups, als eher ablehnend gegenüber Gewerkschaften. So überrascht Freyers Einschätzung wenig: „Sie werden den Tarifvertrag nicht übernehmen und anwenden“, wenn sie tariforientiert zahlen. Das allerdings ist ein großer Unterschied, weil Tarifverträge viel mehr umfassen als bloße Gehaltsdaten. Dazu gehören Fragen der Arbeitszeit, der Mitarbeiterentwicklung, Überstundenzuschläge oder auch andere Leistungen der Firma.

Freyer äußert sich da eher bescheiden: „Ich finde, es ist schon ein großer Schritt, wenn wir uns einem Industrietarifvertrag annähern.“ Die ostdeutschen Bundesländer sind in dieser Hinsicht nicht verwöhnt: Es gibt dort viel weniger Arbeitnehmer, für die ein Tarifvertrag gilt.

Die neuen Tesla-Beschäftigten würden sich im Wesentlichen aus Arbeitslosen und Jobwechslern rekrutieren, sagt der Behördenchef. „Für Tesla ist es kein No-Go, jemanden einzustellen, der schon längere Zeit ohne Job war oder keine abgeschlossene Berufsausbildung hat.“ Das kenne er von vielen anderen Unternehmen anders. Dieser Mitarbeitergruppe zahle der Konzern ein Einstiegsgehalt von 2700 Euro. „Die Bezahlung ist einfach mal ein Kracher für diese Ebene“, sagte Freyer. Wer sogar eine passende Ausbildung vorweise, könne zum Einstieg mit etwa 3500 Euro Bruttomonatsgehalt rechnen.

„Etliche Führungskräfte unter Vertrag“

Vor wenigen Tagen reiste Konzernchef Elon Musk nach Berlin, um Bewerbungsgespräche zu führen. Er ist bekannt dafür, die Erstbesetzung neuer Standorte persönlich auszuwählen, auch für vermeintlich weniger…