Er schickte ein Stoßgebet zum Himmel. Lucas Alario war sichtlich verärgert darüber, dass er sich bei dieser Flanke von Leon Bailey verschätzt und den Ball nicht bekommen hatte. Dabei hatte der argentinische Angreifer in Diensten von Bayer 04 Leverkusen bereits zwei Mal (27.; 41.) beim spektakulären 4:3 (2:2) gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntagabend getroffen. Aber ein echter Vollblutstürmer wie der 28-Jährige kann eben nicht genug davon bekommen, Tore zu erzielen. Leron Bailey (68.) und Julian Baumgartlinger (82.) trafen ebenfalls für Leverkusen. Für Gladbach trafen Lars Stindl (18.; 31.) und Valentino Lazaro (90. +4). 

Dass Alario derzeit überhaupt regelmäßig auf dem Rasen steht, hat er der Verletzung seines Kollegen Patrick Schick zu verdanken, den die Leverkusener zu Saisonbeginn für 26,5 Millionen Euro von der AS Rom verpflichtet haben. Denn Trainer Peter Bosz war bis dato kein besonders großer Anhänger von Alario. Im Sommer 2017 kam der Argentinier für die stolze Summe von 24 Millionen Euro von River Plate Buenos Aires an den Rhein, hatte aber zumeist das Nachsehen hinter dem zur AS Monaco abgewanderten Kevin Volland. Alario war der Ersatzstürmer, dessen Fähigkeiten Bosz nie so richtig entfalten wollte. 

Wie ein Ferrari

Aber der Argentinier ließ den Kopf nicht hängen, auch wenn er in diesem Sommer damit liebäugelte, den Klub aufgrund der geringen Einsatzzeiten zu verlassen. Sein Berater Pedro Aldave beschrieb die Möglichkeiten seines Klienten kürzlich folgendermaßen. Alario habe Fähigkeiten „die andere nicht haben. Es ist nicht gut, einen Ferrari nur in der Garage stehen zu haben“. 

Lucas Alario ist ein Angreifer der Marke Sturmtank. Viele seiner Kollegen laufen mehr, weichen häufiger auf die Flügel aus, sind die ersten Verteidiger ihrer Teams. Alario dagegen hat andere Stärken. Auch er versucht seinem Team mit Engagement zu helfen. Aber er ist derjenige, der genau weiß, wo das Tor steht. Sieben Tore in sieben Bundesligapartien…