Der Einsatz begann am Morgen: Die Polizei in Hessen hat nach eigenen Angaben mit der Räumung des Dannenröder Forsts für den Ausbau der Autobahn 49 begonnen. Einsatzkräfte hätten den Wald betreten und nach Gefahrenquellen Ausschau gehalten, teilte die Polizei Mittelhessen mit. Dabei seien Beamte vereinzelt mit Steinen und Pyrotechnik beworfen worden. Die Räumung folge der Devise „Protest ja, Gewalt nein“. Erste Bauten seien abgebaut und aus dem Wald gebracht worden.

Aktivisten kritisierten den Einsatz und kündigten an, den Wald „zu verteidigen“. Weil die Politik in der Klimafrage versagt habe, sähen sich die Umweltschützer dazu gezwungen, „auch diesen Wald mit unseren Körpern vor der unglaublichen Zerstörungswut und der veralteten A49 zu schützen“, teilten die Aktivisten mit.

Seit über einem Jahr protestieren Umweltschützer in Hessen gegen den Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel, die durch das Waldgebiet führen soll. Der Bau der Autobahn soll laut Landkreis Vogelsberg im September 2021 beginnen. Derzeit laufen vorbereitende Arbeiten. Dabei sollen bis Februar kommenden Jahres zunächst 27 Hektar Wald gerodet werden. Die Rodungen begannen vor einigen Wochen und werden von Protesten begleitet.

Am Montag hatte die Polizei angekündigt, mit der für den Ausbau der A49 zuständigen Baufirma „logistische Arbeiten“ vornehmen zu wollen, in deren Folge der Trassenbereich gerodet werden solle. Die Beamten gehen nach eigenen Angaben von rund 400 Barrikaden auf Zufahrts- und Rettungswegen im Dannenröder Forst aus.

Diese seien teils „massiv ausgestaltet“, mehrere Meter hoch und mit Beton im Boden verankert. Zusätzlich befänden sich im geplanten Trassenbereich etwa hundert Behausungen, bei denen es sich sowohl um Zelte als auch um ausgebaute Baumhäuser mit festen Dächern handle.

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