Der Sachverständigenrat der Bundesregierung um den Freiburger Ökonomen Lars Feld geht von einem glimpflicheren Verlauf der Coronapandemie für die deutsche Volkswirtschaft aus als bisher. Ungeachtet des November-Shutdowns wird der Konjunktureinbruch laut den Wirtschaftsweisen genannten Experten weniger scharf ausfallen als in der Finanzkrise. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 5,1 Prozent einbrechen, sagte eine mit den Prognosen des Sachverständigenrates vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Ökonomen sind damit zuversichtlicher als es die Bundesregierung. Die geht bislang von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um fünfeinhalb Prozent aus.

Noch im Sommer hatte Feld seine Prognosen zur Entwicklung der Wirtschaftsleistung in Deutschland immer weiter nach unten korrigiert. Damals war von einem Rückgang zwischen sechs und sieben Prozent die Rede. Inzwischen ist er deutlich optimistischer. Die aktuellen Hoffnungen auf einen schon bald verfügbaren Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech könnten die Lage weiter verbessern.

„In der Krise rasch und entschlossen gehandelt“

Der „Süddeutschen Zeitung“, die zuerst über die neue Einschätzung des Expertengremiums berichtet hatte, zufolge gehen die Wirtschaftsweisen nur von vergleichsweise geringen ökonomischen Folgen durch die Schließungen von Gastgewerbe, Kultur und Sport aus. „Die Politik hat in der Krise rasch und entschlossen gehandelt“, zitiert die Zeitung aus dem 500 Seiten starken Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen.

Selbst wenn die Schließungen im Dezember anhalten sollten und auch Teile des Einzelhandels wie Autohäuser schließen müssten, ist demnach nur mit einem niedrigen zusätzlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung zu rechnen – solange die Industrie weiterarbeiten kann. Allerdings spielt für die exportorientierte deutsche Wirtschaft auch die ökonomische Entwicklung im Ausland eine große Rolle. Die wichtige deutsche Autoindustrie hatte sich zuletzt etwa dank der…