Bei der US-Präsidentenwahl hat eine Rekordzahl von mehr als 100 Millionen Menschen vor dem eigentlichen Wahltag am 3. November abgestimmt. Bereits diese Zahl entspreche mehr als 73 Prozent aller Stimmen, die 2016 bei der Wahl insgesamt abgegeben wurden, berichtete das „U.S. Elections Project“.

Besonders stark war die Wahlbeteiligung in einer Reihe von Bundesstaaten im Süden und Westen. In Texas, Washington State, Oregon und Hawaii überstieg die Zahl der Frühwähler jeweils sogar die der 2016 insgesamt abgegebenen Stimmen. Ein maßgeblicher Grund für den Anstieg der Frühwähler ist die Corona-Pandemie, da Menschen durch die Briefwahl einem Ansteckungsrisiko in den Wahllokalen entgehen wollten.

Zu den Frühwählern gehören außer den Briefwählern die sogenannten Early Voters, die ihre Stimmen persönlich in einem Wahllokal abgeben. Vielerorts kam es dabei in den vergangenen Wochen und Tagen zu langen Schlangen.

Es wird davon ausgegangen, dass eine Mehrheit der Frühwähler eher den demokratischen Herausforderer Joe Biden unterstützt. Die offizielle Bekanntgabe der Wahlresultate kann sich möglicherweise hinziehen, da es in vielen US-Bundesstaaten Tage dauern kann, bis die Stimmen der Frühwähler gezählt sind. Daher ist es möglich, dass Amtsinhaber Donald Trump direkt nach der Wahlnacht besser dasteht als am Ende der gesamten Auszählung.

Der Republikaner hatte vor allem die Briefwahl immer wieder mit Betrug in Verbindung gebracht. Das ist jedoch zweifelsfrei widerlegt. Trump liegt in Umfragen sowohl landesweit als auch in mehreren „Swing States“ hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. 

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es im ersten Satz, es habe mehr als eine Million Frühwähler gegeben. Wir haben den Fehler korrigiert.

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