Es ist eine der eher seltsamen Szenen dieses US-Wahlkampfs. Kamala Harris steht auf einer wackligen Bühne, sie hält ein Mikrofon in der Hand und spricht zu hundert Autos. Ein Porsche ist gekommen, ansonsten ist eher die Mittelklasse vertreten, Volkswagen, Toyota, Honda.

Harris ist die Kandidatin der Demokraten für das Amt der Vizepräsidentin, kurz vor der Wahl reiste sie nach Tempe, in den US-Bundesstaat Arizona. Die örtlichen Demokraten haben zu einer Drive-in-Kundgebung geladen. Harris ist der Stargast, wegen der Coronakrise gibt es keine Menschenansammlung, sondern nur ein paar Dutzend Fans, die den Worten der Kandidatin durch die geöffneten Fenster ihrer Fahrzeuge lauschen. Es wird nicht geklatscht, sondern gehupt.

„Wir müssen dafür sorgen, dass Joe Biden Präsident wird“, ruft Kamala Harris. Hupen. „Wir brauchen einen Präsidenten, der sich für die Rechte aller Amerikaner einsetzt.“ Noch mehr Hupen.

Es ist schwer, sich vorzustellen, dass diese Art der politischen Kundgebung der Rednerin wirklich Spaß macht. Aber Kamala Harris kämpft sich stoisch durch ihre Ansprache und tut so, als wäre dies die normalste Sache der Welt.