Die Luftfahrt zählt zu den am schwersten von den Corona-Schließungen betroffenen Branchen. Viele der angeschlagenen Unternehmen lassen Kunden, die einen Entschädigungsanspruch auf stornierte Tickets haben, auf ihr Geld warten. Doch für diese Taktik müssen sie nun bezahlen.

Das Luftfahrtbundesamt hat in 21 Fällen gegen Fluggesellschaften Bußgelder verhängt, die Ticketkosten von Corona-bedingt stornierten Flügen nicht fristgerecht zurückbezahlt haben. Das teilte ein Sprecher dem „Handelsblatt“ mit. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 wurden durch das LBA keine Bußgelder verhängt.

Details zur Höhe der Geldstrafen für die betroffenen Airlines nannte der Sprecher nicht. „Wir können keine nähere Angabe zur Bußgeldhöhe machen, da die im Ordnungswidrigkeitenverfahren zu beachtenden Rechte der jeweils Betroffenen dies nicht zulassen“, sagte er. Die Entscheidung über die Bußgeldhöhe werde „im jeweiligen Einzelfall, unter Berücksichtigung der Schwere und Häufigkeit des festgestellten Verstoßes, getroffen“.

Fraport meldet 304 Millionen Euro Verlust

Vor allem die vom Staat gestützte Lufthansa stand zuletzt in der Kritik, weil die Airline automatisierte Erstattungssysteme abgeschaltet hatte. Seit September sei die automatische Erstattungsmöglichkeit von in Reisebüros gebuchten Tickets wieder in Betrieb, sagte eine Unternehmenssprecherin dem „Handelsblatt“. Kunden, die direkt bei der Lufthansa gebucht hätten, müssten für eine Ticketerstattung ein Online-Formular ausfüllen.

Derweil belastet der Einbruch des Passagierverkehrs die Flughäfen und Airlines weiter schwer. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport meldete nun für das dritte Quartal einen Verlust von 304 Millionen Euro – deutlich mehr als erwartet. Im Vorjahr hatte das Unternehmen nach einen Gewinn von 222 Millionen Euro erwirtschaftet.

Allein die Aufwendungen für den geplanten Abbau Tausender Arbeitsplätze belasteten das Unternehmen mit 280 Millionen Euro. Fraport-Chef Stefan Schulte zufolge wird die Zahl…