Dutzende Schüsse schlagen in einem belebten Wiener Ausgehviertel ein, gerade als die Menschen die letzten Stunden vor dem Corona-Lockdown genießen. Am Ende gibt es mindestens vier Todesopfer. Am Dienstag herrschen Schock und Ausnahmezustand.

Der unscheinbare Steinbrocken auf dem Boden zeugt von der blutigen Spur des Terrors. Ein Schuss hat ihn aus dem Türrahmen einer Stuckfassade am Wiener Salzgries gesprengt. Das angrenzende kleine Labyrinth von Gassen voller Kneipen, das die Wiener Bermudadreieck nennen, ist am Dienstag abgesperrt. Jeden Zugang bewachen Polizisten.

Vor der Hauptsynagoge in der Seitenstettengasse nahm die Terror-Nacht von Wien ihren Ausgang. Ein Mann feuerte laut Zeugen am Montagabend gegen 20 Uhr wahllos in die Lokale, zieht danach weiter durch die Straßen. „Plötzlich fielen Schüsse, erst so 20, dann acht und dann wieder 20“, schildert ein Augenzeuge gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Er habe das Geschehen anfangs gar nicht einordnen können. „Wer denkt denn in Wien an einen Anschlag?“ 

Anschlag wenige Stunden vor Lockdown in Österreich

Mindestens vier Menschen werden tödlich getroffen, 22 weitere sind teils schwer verletzt. Auch eine Deutsche ist getötet worden. „Wir haben jetzt die traurige Gewissheit, dass auch eine deutsche Staatsangehörige unter den Opfern des Angriffs in Wien ist“, teilte Außenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin mit.