Endspurt im Rennen um die 46. Präsidentschaft: Herausforderer Joe Biden hat in Umfragen die Nase vorn. Amtsinhaber Donald Trump kämpft um seine Wiederwahl. Wer ihn wählt, weiß ziemlich genau warum. Und andersherum: Wer ihn nicht wählt, weiß ebenfalls warum. „Menschen identifizieren sich mit Trump, weil er authentisch wirkt“, sagt die Trierer Medienwissenschaftlerin Marion Müller. Trump mit den sorgsam frisierten Haaren, dem gebräunten Gesicht, der roten Krawatte: „Da gibt es keine Abweichungen. Das ist gut für einen polarisierten Wahlkampf.“

Donald Trump schafft wiedererkennbare Bilder von sich

Tatsächlich spaltet sich das Land in Trump-Fans und Trump-Hasser. Der Riss geht durch Familien, lastet auf Freundschaften und sogar Ehen. Die Amerikaner reagieren auch auf das Bild, das sie sich von Donald Trump machen. Trump möchte diesen Blick lenken – auf ein Bild, das er selbst von sich zeichnet, bei dem er nichts dem Zufall überlässt: Grimmig, entschlossen, ernst – so blickt er auf offiziellen Fotos in die Kamera. Im Anzug, mit steifer Körperhaltung, den Daumen in die Höhe gereckt, mal am Rednerpult, mal beim Händeschütteln oder beim Ein- und Aussteigen aus dem Flugzeug – so erscheint Trump auf Fotos als der mächtigste Mann im Staate.

„Donald Trump ist Kult“

„Divided We Stand“: Porträts aus einem gespaltenen Land

Waffenhersteller aus Louisiana

Sie begaben sich auf einen 15.000 Meilen langen Roadtrip durch die USA, um Bilder wie dieses einzufangen: Mathias Braschler und seine Partnerin Monika Fischer nahmen 2019 in einem Popup-Fotostudio, in das sich ihr Wohnmobil verwandeln ließ, 82 solcher Porträts auf. Egal welchen Alters, welchen Geschlechts oder welcher Ethnie: fotografiert wurden alle schlicht vor einer weißen Leinwand.

„Divided We Stand“: Porträts aus einem gespaltenen Land

Achtfache Mutter aus Mississippi

Heraus kam dabei der Fotoband „Divided We Stand“. Darin spüren sie der politischen Spaltung der USA nach. Diese zeigt sich…