Die Corona-Pandemie und Massenunruhen, ausgelöst durch Polizeibrutalität und Rassismus, haben in den letzten Wochen das öffentliche Bild der USA geprägt. Zugleich bestimmte eine Reihe spalterischer Themen den Schlagabtausch der politischen Lager. Was jedoch kaum zur Sprache kam, war die Kultur. Natürlich sind auch Künstler von Themen wie Gesundheitsvorsorge, Steuern, Einwanderung oder Außenpolitik betroffen. Sie aber gingen in der Debatte unter. Ein Blick auf die Parteiprogramme von Trump und Biden ist da sehr erhellend.

„Die Künste sind für unsere freie und demokratische Gesellschaft, für unsere Kultur und für unsere lokale Wirtschaft von wesentlicher Bedeutung. Die Demokraten sind stolz auf ihre Unterstützung der Kunstfinanzierung und Bildung und werden die Politik und die Programme zur Kulturförderung fortsetzen“, heißt es imWahlprogramm der Demokratischen Partei. Genannt werden Regierungsinstitutionen und kulturelle Organisationen, die auch künftig von staatlicher Hilfe profitieren sollen. Die Demokraten fügen dann noch hinzu: „Wir schätzen die Kunst und die Kunsterziehung zur Entwicklung von Vorstellungskraft, Kreativität, Innovation und kritischer Denkfähigkeit bei den Schülern und zum Aufbau von Brücken zwischen Menschen und Gemeinschaften im ganzen Land und auf der ganzen Welt.“

Republikaner recyceln ihr altes Programm

Gerade mal zehn Zeilen widmet das Dokument den Künsten. Das ist zwar nicht so üppig wie die „Kunstplattform“, mit der Barack Obama in den Wahlkampf 2008 zog. Doch stellt es locker in den Schatten, was die Republikaner in ihrer offiziellen Prioritätenliste schreiben – nämlich gar nichts. Das Programm der Republikanischen Partei 2020 liest sich wie das von 2016, was nicht verwundert, schließlich hatte die Partei beschlossen, es für die aktuelle Kampagne zu recyceln. Die Künste sind darin kein Thema.

Tatsächlich spielten die Künste unter der Obama-Biden-Regierung eine wichtige Rolle. Dies könnte wieder so sein, falls Biden…