Freiwillige versuchen, gestrandete Grindwale zurück ins tiefe Wasser zu schieben. Zwischen 100 und 120 Grindwale waren am Montag an der Südwestküste Sri Lankas gestrandet, etwa 25 Kilometer südlich der Hauptstadt Colombo. Zu Beginn halfen vor allem Freiwillige, die hilflosen Tiere zurück ins Wasser zu schieben – trotz einer 24-stündigen Coronavirus-Ausgangssperre. Polizei und Marine zogen später etliche Wale mit Seilen ins Meer. Die Rettungsaktion lief auch in der Nacht weiter. 

Asha de Vos, Meeresbiologin 
„Die Menschen hier kamen zusammen und haben die meisten der Tiere gerettet. Aber einige der Wale waren sehr müde vom Kampf, die ganze Nacht im Wasser zu bleiben und hatten nicht mehr genug Kraft, um bis ins tiefe Wasser zu gelangen. Deshalb sind einige gestorben.“ 

Laut Wildtierbehörde soll es sich um die größte Massenstrandung in der Geschichte des Inselstaates handeln. Einige Tiere seien nach ihrer Rettung erneut zum Strand zurückgeschwommen. Mindestens zwei Wale und ein Delfin seien an Land verendet. Warum die Tiere strandeten, kann sich hier bislang niemand erklären. 

Upul Ranjith, Fischer 
„Ich weiß nicht, warum das passiert ist. So etwas ist hier noch nie passiert. Das ist das erste Mal, dass ich so etwas gesehen habe.“

Grindwale sind sehr soziale Tiere. In Gruppen folgen sie einzelnen Leittieren, denen sie selbst in zu flaches Wasser nachschwimmen, bis sie sich nicht mehr orientieren können. Bei solchen Strandungen stirbt oft ein Großteil der Tiere.  

Erst im September waren vor der Küste der australischen Insel Tasmanien rund 470 Grindwale gestrandet. Nur rund 110 konnten damals nach tagelangen Bemühungen gerettet werden.