«Ohrfeige»
Wirecard: EU-Behörde rügt interne Kontrollen der Bafin

Der inzwischen insolvente frühere Dax-Konzern Wirecard hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und in der Folge Insolvenz angemeldet. Foto: Peter Kneffel/dpa

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Finanzminister und Finanzaufsicht mussten sich nach der Pleite des Dax-Aufsteigers Wirecard viel Kritik anhören. Die juristische wie politische Aufarbeitung läuft. Die Kritiker sehen sich durch einen Bericht der EU-Aufseher bestätigt.

Mängel, Ineffizienzen, Hindernisse – der Befund der EU-Finanzaufsicht ESMA zur Rolle der deutschen Aufseher im Wirecard-Skandal liest sich wenig schmeichelhaft.

Die Opposition spricht von einer «Ohrfeige» für die Finanzaufsicht Bafin und das Bundesfinanzministerium. Ressortchef Olaf Scholz (SPD) jedoch sieht sich eher in seinem Reformkurs bestätigt, denn kritisiert.

Im Rahmen der umfassenden Untersuchung seien «eine Reihe von Mängeln, Ineffizienzen sowie rechtlichen und verfahrenstechnische Hindernissen» identifiziert worden, teilte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde mit. ESMA-Chef Steven Maijoor bekräftigte: «Der heutige Bericht zeigt Mängel bei der Überwachung und Durchsetzung der Finanzberichterstattung von Wirecard auf.»