Im Kampf gegen das Virus befinde man sich in einer kritischen Lage, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Medizinern und Virologen am Tag Zwei des neuen Teil-Lockdowns in Deutschland. „Wir brauchen eine nationale Kraftanstrengung“, sagte der CDU-Politiker. „Diese Pandemie ist eine echte Mammutaufgabe für uns als Regierung und für jede und jeden einzelnen in der Gesellschaft.“ Der „Höhepunkt“ dieser Aufgabe sei noch nicht erreicht.

Zur Infektionslage in Deutschland sagte Spahn, es gebe „nichts zu beschönigen“. Die Zahl der Infizierten steige „exponentiell“, auch die Zahl derjenigen, die wegen einer COVID-19-Erkrankung beatmet werden müsse, steige „stark – zu stark“.

„Um die Pandemie in Griff zu behalten, mussten wir die Notbremse ziehen“, sagte Spahn mit Blick auf die seit Montag geltenden neuen Beschränkungen. Es werde ein schwieriger November sein. Auch nach Ablauf diesen Monat würden alle weiterhin „vorsichtig sein müssen“.

Spahn appellierte direkt an die Bürger, die Bemühungen zur Eindämmung der Pandemie zu unterstützen. „Am Ende kommt es auf jeden einzelnen an, auf Sie ganz persönlich.“ Jeder könne einen Unterschied machen. „Wir wissen, wie es geht.“

Mediziner und Virologen mahnen und warnen

Der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, appellierte an alle, die Einschränkungen der kommenden Wochen ernst zu nehmen. Wenn das Virus sich unkontrolliert ausbreite, drohten bis Weihnachten über 400.000 gemeldete Infektionen pro Tag. Niemand wisse vorab, ob er ein „Superspreader“ sei, so Schaade. Daher sei es wichtig, die Regeln zu befolgen und aktuell Kontakte zu reduzieren – im Privaten ebenso wie im Arbeitsalltag. 

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