Der Zeitpunkt war denkbar schlecht. Zeitgleich mit der Verkündung des Teil-Lockdowns, der insbesondere größere Menschenansammlung verhindern soll, stellten Mediziner der Universität Halle ihre Studienergebnisse vor und erklärten, unter welchen Voraussetzungen Großveranstaltungen trotz Corona-Pandemie  stattfinden können.

Die Dramaturgie könne nicht besser gewählt sein, sagte hingegen Professor Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Halle, zum Auftakt der Pressekonferenz. Laut Gekle würden die Forschungsergebnisse bereits internationale Aufmerksamkeit erregen, mit medialer Berichterstattung in Südkorea, in der BBC oder der in „Washington Post“.

Beim Testkonzert galt eine FFP2-Maskenpflicht für alle Probanden

Für die Studie „RESTART-19“ über das Übertragungsrisiko von COVID-19 bei Sport- und Kulturveranstaltungen führten die Forscher im August 2020 in der Leipziger Arena mehrere Konzertsimulationen durch. Fast 2000 Freiwillige nahmen daran teil, die zuvor negativ auf das Coronavirus getestet worden waren. Während der gesamten Veranstaltung mussten die Probanden eine FFP2-Schutzmaske tragen, sowie einen Sender, der während der Veranstaltung die Aufenthaltsorte und die Abstände zu anderen Besuchern fast zentimetergenau maß.

RESTART-19: Kontakterhebung und Computer-Simulation

Mit den Probanden wurden dann drei Szenarien mit unterschiedlichen Einlasskonzepten und Sitzplänen durchgespielt. Bei der ersten Versuchsanordnung saßen alle dicht nebeneinander, so wie es vor der Pandemie üblich war. In den beiden anderen Szenarien sollten die Besucher Abstand halten. Je nach Szenario mussten unterschiedlich viele Plätze zwischen den Konzertbesuchern freibleiben.

Neben der Messung der engen Kontakte umfasste die Studie auch eine Computersimulation, in der das Belüftungssystem der Arena nachgebildet und so 24 infizierte Besucher in das virtuelle Modell einbezogen werden konnten. 

Dank der Simulation konnten so verschiedene…