Die Polizei hat zwei mutmaßliche Linksextremisten verhaftet, die Drohbriefe an Politiker und Behörden geschickt und mindestens einen Brandanschlag verübt haben sollen. Bei den Beschuldigten handele es sich um einen 38-jährigen Mann und eine 39-jährige Frau, teilten das baden-württembergische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit.

Die Einschüchterungskampagne der beiden richtete sich gegen zahlreiche Politiker, Ministerien und Behörden, hieß es. Früheren Medienberichten zufolge gingen Schreiben unter anderem an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sowie 14 Landesinnenminister. Den Ermittlern zufolge forderten die jetzt Verhafteten in ihren Briefen die Empfänger dazu auf, „politische Maßnahmen auf die Bedürfnisse der Bevölkerung statt auf Wirtschaftslobbyisten zu fokussieren“.

„Kollektiv der Revolutionären Aktionszellen“

Der Staatsanwaltschaft zufolge sollen die beiden zudem einen Brandsatz am Haus des Fleischfabrikanten Clemens Tönnies deponiert und einen Brandanschlag auf ein Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg verübt haben. Dabei habe der Brandsatz allerdings nicht wie geplant gezündet. Ihren Drohbriefen sollen sie Messer, Platzpatronen und Grillanzünder beigelegt haben. Unterzeichnet waren die Bekennerbriefen im Namen des „Kollektivs der Revolutionären Aktionszellen (RAZ)“.

Die Verhaftungen erfolgten nach Angaben der Stuttgarter Behörden nach monatelangen bundesländerübergreifenden Ermittlungen des Staatsschutzes im Rahmen von Durchsuchungsaktionen in Berlin und Stuttgart. Wo sie gefasst wurden, wurde nicht mitgeteilt.

Icon: Der Spiegel