Der französische Innenminister Gerald Darmanin befürchtet, dass es nach der tödlichen Messerattacke in Nizza weitere Vorfälle wie „diese schrecklichen Anschläge“ geben werde. Frankreich befinde sich in einem „Krieg gegen die islamistische Ideologie“, sagte er dem Radiosender RTL. „Wir befinden uns in einem Krieg gegen einen Feind, der sowohl innen als auch außen ist.“

Ermittler nahmen derweil einen 47-jährigen Mann in Gewahrsam. Er soll am Vorabend der Tat Kontakt mit dem Angreifer gehabt haben, bestätigten Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Paris. Der Verdächtige sei am Donnerstagabend gestellt worden, hieß es weiter.

Der mutmaßliche Täter, ein 21-jähriger Tunesier, soll am Donnerstag drei Menschen in Nizza mit einem Messer getötet haben. Zwei der Opfer starben in der Kirche Notre-Dame im Stadtzentrum, eine weitere Frau flüchtete in eine Bar und erlag dort ihren Verletzungen. Der vermeintliche Angreifer wurde von der Polizei angeschossen und schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Tat hatte weltweit Entsetzen und Anteilnahme ausgelöst.

Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard hatte am Donnerstagabend gesagt, Ermittler wollten herausfinden, ob der Täter von Komplizen unterstützt worden sei. Der mutmaßliche Angreifer sei am 20. September auf der italienischen Insel Lampedusa eingetroffen und am Donnerstagmorgen mit dem Zug in Nizza angekommen.

Der Angriff ereignete sich knapp zwei Wochen nach der Enthauptung des französischen Lehrers Samuel Paty. Dieser war in Paris von einem mutmaßlichen Islamisten tschetschenischer Herkunft auf offener Straße mit einem Messer getötet worden. Im Unterricht hatte der Lehrer zu dem Thema Meinungsfreiheit umstrittene Mohammed-Karikaturen genutzt. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sagte dazu am Freitag dem Radiosender France Inter: „Ich mag diese Cartoons nicht“. Er verteidige aber das Recht, sie zu veröffentlichen.

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