Wut, Hass und Zorn gehören zu unseren intensivsten und ältesten Gefühlen. Und doch hat es eine neue Qualität, wie sehr das gesellschaftliche Miteinander aktuell von solchen negativen Emotionen geprägt wird: Menschenfeindliche Verschwörungserzählungen, extremistischer Terror oder aggressive Hate Speech sind alltäglich geworden.

Und auch die internationale Politik schreckt nicht davor zurück, Gewalt und offene Drohungen als gängiges Mittel der Verhandlung einzusetzen. Es ist kein Zufall, dass ein Enthüllungsbuch über US-Präsident Donald Trump  ausgerechnet „Rage“ (deutsch: „Wut“) heißt.

Politische Gegenwartskunst im Düsseldorfer Kunstpalast 

Die Ausstellung „Empört Euch! Kunst in Zeiten des Zorns“ im Düsseldorfer Kunstpalast verstehe sich explizit als Antwort auf diese „gesellschaftlichen Verwerfungen unserer Zeit“, so Felix Krämer, Generaldirektor des Kunstpalastes.

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Konkret heißt das: Die rund 700 Quadratmeter Ausstellungsfläche wurden von 35 dezidiert politischen Künstlern und Kunstaktivisten mit Werken gefüllt, die gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und diskursive Verschiebungen verhandeln.

„Alle in der Ausstellung versammelten Positionen begreifen Kunst als politischen Raum“, sagt die Kuratorin Linda Peitz. Ausgewählt worden seien Künstler, die für „Solidarität, Empathie und Humanismus plädieren, die Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft aufzeigen, sie analysieren oder ironisch brechen.“

Empörung ist nicht gleich Hass

Damit wird auch eine implizite, aber für die Ausstellung wichtige Unterscheidung deutlich: der zwischen Hass und Wut auf der einen, Empörung und Zorn auf der anderen Seite. Während Wut diffus und ungerichtet ist, beziehen sich Empörung und Zorn auf konkrete Ereignisse. In dieser semantischen Differenz liegt die besondere Spannung der Ausstellung.

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