Wenn in Hollywood beispielsweise asiatische Rollen durch weiße Schauspieler besetzt werden, gilt das als „Whitewashing“. Normalerweise bedeutet das Wort „Schönfärberei“. In Verbindung mit einer als falsch empfundenen Rollenbesetzung steht der Begriff jedoch für kulturelle Aneignung – und wird scharf kritisiert.

Im Science-Fiction-Film „Ghost in the Shell“ übernahm die US-amerikanisch-dänische Schauspielerin Scarlett Johansson die Rolle eines japanischen Cyborgs – und wurde dementsprechend geschminkt. Constance Wu, US-amerikanische Schauspielerin taiwanesischer Abstammung, protestierte: Das sei „modernes Blackfacing“.

Geschminkt als japanischer Cyborg: Scarlett Johansson im Film „Ghost in the Shell“

Bei einer geplanten Filmbiographie des chinesischen Star-Pianisten Lang Lang soll der Hollywood-Veteran Ron Howard Regie führen. Lulu Wang, eine US-amerikanische Filmmacherin chinesischer Abstammung, kritisierte die Entscheidung und stellte infrage, ob der Amerikaner Howard die nötigen „intimen Kenntnisse“ von chinesischer Geschichte und Kultur habe, um das Porträt des weltberühmten Pianisten zu realisieren.

Moderner Kampfbegriff: „Whitewashing“

Dem weißen Schauspieler Ed Skrein wurde die Rolle eines japanisch-amerikanischen Majors im Film „Hellboy“ im Jahr 2017 angeboten. Nach „Whitewashing“-Vorwürfen zog er sich zurück, damit die Rolle „angemessen“ besetzt werden könne. Daniel Dae Kim, ein US-Amerikaner koreanischer Abstammung, bekam schließlich die Rolle.

Der heterosexuelle, malaysisch-britische Schauspieler Henry Golding bekam die neue Sensibilität gleich zweimal zu spüren. Als ihm die Rolle eines schwulen asiatischen Einwanderers im Film „Monsoon“ angeboten wurde, zögerte er zunächst: Sie hätte einem schwulen Schauspieler vorbehalten sein müssen, meinten einige. Dann wurde Golding, ein Mann gemischter ethnischer Abstammung, kritisiert, als er eine Rolle im Streifen „Crazy Rich Asians“ übernahm: Sie hätte von einem reinen Asiaten verkörpert werden…