Mitten im Sommer 1853 wird die bayerische Prinzessin Elisabeth zum 23. Geburtstag des Kaisers Franz Joseph eingeladen. Für den Habsburger Monarchen ist es Liebe auf den ersten Blick. Schnell wird beschlossen zu heiraten: Sisi soll die Frau an der Seite des jungen Kaisers werden, der nach Russland das große Reich Europas regiert.

In den Sisi-Filmen aus den Jahren 1955 bis 1957 – eine Trilogie von Ernst Marischka – haben Generationen von Fernsehzuschauern immer wieder verfolgt, wie sich Elisabeth widerwillig an das Wiener Hofzeremoniell gewöhnen muss und dann doch die Herzen der Bevölkerung für sich gewinnt. Heimatfernsehen fürs Herz eines gebeutelten Nachkriegsdeutschlands.

Die privaten Fotoalben von „Sisi“ offenbaren, wie die Kaiserin ihr Styling plante

Die Marischka-Filme zeigen die Kaiserin – mit Romy Schneider in der Hauptrolle – als eine vor allem volksnahe und warmherzige Frau.

Zweifelhafte Legendenbildung um Sisi

Aus der historischen Figur am Ende des 19. Jahrhunderts wurde schnell ein Mythos, steht Elisabeth doch für die Sehnsucht vieler Menschen, aus den Fesseln des Alltags auszubrechen. Ihrem tatsächlichen Charakter aber wurde diese Legendenbildung nicht gerecht. Denn Elisabeth war auch eine durchaus radikale, egoistische und kapriziöse Frau:

Geboren wurde sie 1837 als viertes von zehn Kindern des Herzogs Maximilian und seiner Frau Ludovika von Bayern. Ihre Kindheit verbringt sie in München und am Starnberger See. Dann wird sie mit 16 Jahren Kaiserin. Für Sisi – ihre Geschwister und ihr Mann nennen sie so  geht damit nicht wirklich ein Traum in Erfüllung: Schon zwei Wochen nach der Eheschließung klagt sie über den „Kerker“, in dem sie erwacht sei. Ihr Mann kann sich nicht wirklich dem Privatleben widmen: Er hat gleich zwei militärische Niederlagen zu verkraften und muss das Kaisertum in zwei konstitutionelle Monarchien – Österreich und Ungarn – überführen. Ein gärender Nationalitätenkonflikt.

Kaiserin Sisi auf einem Gemälde von…