Die „Capri-Batterie“ von Beuys, ein kleines Kunstobjekt, stand in einer Ausstellung im Theater Oberhausen zu Ehren des Performers Christoph Schlingensief (1960-2010), der in der Ruhrgebietsstadt geboren wurde. Am 24. Oktober hätte der Regisseur und Aktionskünstler Schlingensief seinen 60. Geburtstag gefeiert. Verschmutzung. Körperzustände. Faschismus. Christoph Schlingensief und die Kunst“, so der Titel der Schau.

Mitglieder der ″Frankfurter Hauptschule“, eine selbsternannte Kunst-Guerilla, stiegen nachts in die Ausstellung ein, stahlen die ″Capri-Batterie“, flogen nach Afrika und übergaben das Kunstwerk angeblich an Repräsentanten des Hehe-Stammes im Museum von Iringa in Zentral-Tansania. Sagen sie.

Einbruch im Museum: Die Künstlergruppe stiehlt eine Beuys-Skulptur, um sie nach Afrika zu bringen.

Was wirklich geschah, wird noch untersucht. Und es gibt viele Ungereimtheiten: Wie konnten Unbefugte in die verschlossenen Ausstellungsräume eindringen? Waren die Ausstellungsstücke nicht gesichert? Wer hatte Zugang zu der Ausstellung, wer verfügte über die Schlüssel?

Was die Polizei auch interessieren wird: Die drei Kuratoren Julian Volz, Marlena von Wedel und Daniela Duca gehörten, wie Theater-Intendant Florian Fiedler in einer ersten Stellungnahme schrieb, später aber korrigierte, ebenfalls dem Frankfurter Künstlerkollektiv an. Und die „Frankfurter Hauptschule“ hat, was weitere Fragen aufwirft, ebenfalls Werke zu der Schau beigesteuert. 

Die Beuys-Leihgeber sind sauer

Münsteraner Museumschef Hermann Arnhold.

„Bestürzt“ über all das ist Hermann Arnhold, Chef des Münsteraner Museums für Kunst und Kultur, das dem Theater Oberhausen die Beuys-Arbeit als Leihgabe überlassen hat. „Das ist ein Hauptwerk aus unserer Beuys-Sammlung“, so Arnhold zur Deutschen Welle, „wir machen uns große Sorgen!“ Der Versicherungswert beträgt nach seinen Angaben zwischen 25.000 und 30.000 Euro.

Der Museumschef hat inzwischen Strafanzeige gestellt. Er vergleicht die Tat…