„Sie arbeiten oft in Branchen, die besonders mit den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu kämpfen haben, wie Handel, Logistik oder dem Gastgewerbe“, erklärte Widmann-Mauz (Artikelbild) vor dem an diesem Montag stattfindenden 12. Integrationsgipfel. „Gleichzeitig sind wichtige Integrationsangebote ausgefallen oder können nur eingeschränkt stattfinden.“

Frauen besonders im Blick

Widmann-Mauz verwies auf die im Nationalen Aktionsplan Integration vorgesehene Digitaloffensive, die mit digitalen Integrationskursen, Sprachförderung und gezielter Beratung in sozialen Netzwerken vor allem Frauen beim Berufseinstieg und der Arbeitsmarktintegration unterstützen soll. Dazu gehöre auch die digitale Unterstützung für ein individuelles Integrationsmanagement in den Kommunen. „Denn wir dürfen trotz Corona bei der Integration keine Zeit verlieren.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel berät am Montag mit rund 40 Migrantenverbänden über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Integration. Die Teilnehmer „werden Antworten auf die wichtige Frage erörtern, wie wir auch in Zeiten von Corona die Integration stärken können, da viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte besonders hart betroffen sind“, kündigte Vize-Regierungssprecherin Martina Fietz im Vorfeld an.

Den Aktionsplan umsetzen

In den Beratungen solle es zudem um die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Integration gehen – insbesondere um die Bereiche Erstintegration und Eingliederung. Dazu sollen konkrete Maßnahmen aus den vorbereitenden Arbeitsgruppen vorgestellt werden. Eingeladen zu dem Digital-Gipfel sind etwa 130 Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, Zivilgesellschaft und Migrantenverbänden.

Die Teilnehmer schalten sich wegen Corona per Videokonferenz zusammen. Der erste Integrationsgipfel fand 2006 statt, nachdem es in Deutschland eine Debatte über Gewalt an Schulen gegeben hatte.

haz/ml (afp, dpa)