Mit dem Herbst kommen die Sorgen: In den vergangenen Wochen ist die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland spürbar gestiegen, zuerst langsam, zuletzt jedoch deutlich schneller. Inzwischen wachsen die Befürchtungen, die Situation könnte ähnlich außer Kontrolle geraten wie in anderen Teilen Europas, in Spanien, Frankreich oder Tschechien. Und damit womöglich auch in Deutschland wahrscheinlicher werden, was in den Hotspots der Nachbarländer bereits Realität ist: dass der zweiten Welle der Infektionen ein zweiter Lockdown folgt.

Gewiss, der Begriff „Lockdown“ ist im Wortsinne falsch – schließlich gab es auch im Frühjahr keine Ausgangssperren. Vielmehr steht er als Sammelbegriff für jene drastischen Maßnahmen, die das öffentliche Leben massiv herunterfahren: geschlossene Geschäfte und Restaurants, strikte Kontaktbeschränkungen, die selbst kleinste Veranstaltungen, Konferenzen und Schulungen unmöglich machen. Das generelle Verbot touristischer Reisen und Übernachtungen. Die Schließung von Schulen und Kitas. Die Wiederholung dieses Szenarios zu vermeiden, gilt den Regierungen in Bund und Ländern als oberstes Ziel.