Helme für die Demonstrierenden. Die Menschen wollen sich schützen vor der anrückenden Polizei. Thailand erlebt seit einigen Tagen Massenproteste für die Demokratie. An der Universität in der Stadt Khon Kaen singen Studentinnen und Studenten gemeinsam mit eingeschalteten Handy-Lichtern. Den fünften Tag in Folge gehen in Bangkok und anderen Städten Zehntausende gegen die Regierung auf die Straße. Die allermeisten mit Masken – das Land hat seit Monaten kaum Corona-Neuinfektionen registriert. Auch starker Regen hält sie nicht davon ab. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Prayut, eine Verfassungsänderung und eine Reform der Monarchie. Seit Monaten gab es immer wieder friedliche Proteste. Seit einigen Tagen geht die Polizei nun hart dagegen vor. Die Regierung hatte ein Versammlungsverbot ausgesprochen. Mittlerweile wurden etwa 50 Anführer der Proteste festgenommen. 

Pao, Studentin, 19 Jahre 
„Ich war wütend und traurig, weil die Regierung gestern so hart gegen die Proteste vorging. Deswegen bin ich heute hier. Es zeigt, dass die Regierung Leute, die andere politische Ansichten haben, nicht als Menschen wertschätzt.“ 

Aweyok, Student, 22 Jahre 
„Wir protestieren gleichzeitig an vielen Orten. Wenn die Polizei denkt, sie kann uns festnehmen, soll sie es doch versuchen!“ 

Gig, Demonstrantin, 34 Jahre 
„Ich habe gestern den Livestream gesehen und sah die Gewalt und habe mich damit nicht gut gefühlt. Die jungen Leute haben nichts getan, was auch nur ansatzweise gewalttätig wäre. Die Regierung hat damit angefangen und ich dachte: Wir können sie nicht allein kämpfen lassen.“ 

Die neueste Maßnahme der Regierung gegen die Massenproteste: Schließung des U-Bahn-Systems in der Millionenmetropole Bangkok. Das öffentliche Leben brach in vielen Teilen zusammen. Als Folge belagerten Demonstranten mehrere Metro-Stationen.