Opposition ruft auf
Belarus steht vor neuen Massenprotesten

Frauen demonstrieren am Samstag mit Regenschirmen in den Farben der historischen Nationalflagge von Belarus in Minsk. Foto: -/AP/dpa

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Die autoritäre Führung in Minsk verschärft den Ton gegenüber den Demonstranten. Die Behörden drohen, auch Schusswaffen bei Protesten einzusetzen. Werden die Menschen trotzdem demonstrieren?

In dem seit Wochen andauernden Machtkampf in Belarus (Weißrussland) werden an diesem Sonntag (13.00 Uhr MSZE) neue Massenproteste gegen Staatschef Alexander Lukaschenko erwartet.

Die Opposition rief ungeachtet neuer Gewaltandrohung der Behörden zu einem großen «Partisanenmarsch» in der Hauptstadt Minsk und anderen Städten auf. «Das ist ein Marsch von Menschen, die nicht bereit sind, Gewalt und Willkür zu ertragen», hieß es in dem Aufruf. Die Demonstranten ließen sich nicht einschüchtern. «Dialog wird nicht mit Schlagstöcken und Schüssen auf der Straße geführt.»

Das Innenministerium in Minsk hatte zuletzt offen mit dem Einsatz von Schusswaffen und scharfer Munition gedroht. Die Behörden begründeten dies mit einer angeblichen Radikalisierung der Oppositionsbewegung. Bei den Protesten wurde bereits mindestens einmal scharf geschossen.