Die international nicht anerkannte Republik Nordzypern hat einen neuen Präsidenten gewählt. Die Wähler stimmten nach vorläufigem Endergebnis zu 51,7 Prozent für den bisherigen Regierungschef Ersin Tatar, teilte der Staatssender BRT am Sonntagabend mit. Tatar setzte sich in einer Stichwahl gegen den unabhängigen Herausforderer und bisherigen Präsidenten, Mustafa Akinci, durch. Dieser unterlag mit 48,3 Prozent der Stimmen.

Tatar gehört der konservativen Nationalen Einheitspartei (UBP) an und tritt für eine Zwei-Staaten-Lösung auf der Mittelmeerinsel ein. Er wird von der Türkei unterstützt, die den Nordteil der Insel militärisch kontrolliert und als einziges Land die Republik Nordzypern anerkennt. Der unterlegene Herausforderer Akinci setzt sich für eine Wiedervereinigung mit der Republik Zypern ein.

Zu der Stichwahl war es gekommen, weil bei einer ersten Wahlrunde in der Vorwoche kein Kandidat die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erhalten hatte. Tatar hatte dabei 32,5 Prozent der Stimmen erlangt, Akinci knapp 30 Prozent. Insgesamt hatten sich elf Kandidaten zur Wahl gestellt. Rund 200.000 Menschen konnten ihre Stimme abgeben.

Die Wahl fand inmitten eines Streits zwischen der Türkei mit Griechenland und der Republik Zypern um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer statt. Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Der Süden der Insel wird von der Republik Zypern beherrscht, der Norden von der Türkei militärisch kontrolliert. Neben der Türkei und Zypern erhebt auch Griechenland Anspruch auf das Gebiet Nordzypern.

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