Die Wähler stimmten nach dem vorläufigen Endergebnis mit 51,7 Prozent der Stimmen für den bisherigen Regierungschef Ersin Tatar, wie die Wahlkommission mitteilte. Der Politiker der konservativen Nationalen Einheitspartei (UBP) setzte sich gegen seinen Herausforderer, den bisherigen Präsidenten der geteilten Mittelmeerinsel, Mustafa Akinci, durch. Der unabhängige Akinci erhielt 48,3 Prozent der Stimmen.

Der 60-jährige Tatar, der von Ankara unterstützt wird, tritt für eine Zwei-Staaten-Lösung ein. Der 72 Jahre alte Akinci setzt sich für eine Wiedervereinigung Zyperns ein.

Die Stichwahl war notwendig geworden, weil bei der Abstimmung vor einer Woche kein Kandidat die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erreicht hatte. Insgesamt hatten sich elf Kandidaten zur Wahl gestellt. Rund 200.000 Menschen waren zur Stimmabgabe aufgerufen.

Wahlverlierer Mustafa Akinci (l.) und der künftige Präsident Ersin Tatar (Archivbild)

Die Präsidentschaftswahl fand inmitten eines Streits zwischen der Türkei und den EU-Mitgliedern Zypern und Griechenland über Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer statt. Neben Griechenland und der Türkei erhebt auch die Republik Zypern im Südteil der Insel Anspruch auf das Gebiet.

Die Insel ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention politisch geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Alle anderen Staaten sehen in Nordzypern einen Teil der Republik Zypern. Diese ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union.

qu/uh (dpa, afp, rtr)