Seine erste Million machte Michael Tojner schon früh, als Student, auch wenn es nur eine Million in österreichischen Schillingen war. Er betrieb Eiswägelchen am Schloss Schönbrunn in Wien. Das Geschäft lief so gut, dass er feste Stände einrichtete, ohne Genehmigung. Der Schlossverwaltung ging das zu weit, die Buden wurden dichtgemacht. „Wer mit ihm zu tun hat, sollte seine Finger nachzählen, wenn er wieder draußen ist“, lästert einer, der ihn unlängst getroffen hat.

Inzwischen ist Tojner im Besitz von mindestens einer Milliarde, nun in Euro gerechnet, und zweier Doktortitel. Er hat nach eigenen Aussagen Beteiligungen an „über 70 Firmen“ erworben, darunter sind der deutsche Batteriespezialist Varta und der Schweizer Luftfahrtzulieferer Alu Menziken. Er herrscht über ein Imperium mit mehr als 10.000 Beschäftigten. Ihm gehören Liegenschaften in New York, Mietshäuser in Deutschland, das weltbekannte Wiener Hotel Intercontinental und ein ehemaliges Kloster.

Er ist in Österreich eine Institution, halb bewundert, halb misstrauisch beäugt. In Deutschland aber ist er immer noch weitgehend unbekannt, trotz Varta. Aber Tojner will das offenbar ändern.