„Ich bin ein Flüchtling in Spanien, aber ich habe den rechtlichen Status nie beantragt. Auf diese Weise kann ich zurückkommen“, sagt Juan Tomás Ávila Laurel und bleibt am Hoftor des Hauses, in dem er in Barcelona wohnt, stehen – im Kopf mehr als 4000 Kilometer entfernt. Denn „zurückkommen“,  das heißt für den Schriftsteller nicht in dieses Haus, sondern in ein kleines Hofhaus ohne fließendes Wasser in Malabo in Äquatorialguinea.

Der Staat zwischen Kamerun und Gabun an der westafrikanischen Küste gehört zu den kleinsten Afrikas, seine Fläche erreicht nicht ganz die des deutschen Bundeslands Brandenburg. Mit 1,4 Millionen hat Äquatorialguinea etwas mehr Einwohner als Köln und dabei einen extrem hohen Bevölkerungsanteil im Ausland. Schuld daran ist das Regime von Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, der das Land seit mehr als vier Jahrzehnten diktatorisch beherrscht.

Der Personenkult um Präsident Teodoro Obiang ist allgegenwärtig, wie der Film eindringlich dokumentiert

Im Exil in der ehemaligen Kolonialmacht Spanien

Auch Juan Tomás Ávila Laurel lebt seit 2011 in Spanien, der ehemaligen Kolonialmacht Äquatorialguineas. Damals musste der Autor fliehen, nach seinem Hungerstreik aus Protest gegen die „hoffnungslose und beunruhigende soziale, wirtschaftliche und politische Situation“ in seinem Heimatland. Schon bald darauf begannen er und der spanische Regisseur Marc Serena mit den Vorbereitungen für einen Film, der die Verhältnisse in einer der am längsten herrschenden Diktaturen der Welt dokumentieren sollte.

Es dauerte Jahre, ehe gedreht werden konnte. Nachdem er im Juli 2020 beim Tübinger Filmfest CineLatino erstmals in Deutschland vorgeführt wurde, erhielt der Dokumentarfilm „Der Schriftsteller aus einem Land ohne Buchhandlungen“ („El escritor de un país sin librerías“) durch eine Vorführung beim „Bookfest City“ der Frankfurter Buchmesse große Aufmerksamkeit.

Der Schriftsteller Juan Tomás Avila Laurel hatte sich lange geweigert, ins Exil…