Mirsa und Lizzie lächeln, als sie am Samstagnachmittag durch das Gate E den Bostoner Fenway Park verlassen. Die beiden Studentinnen der Northeastern University haben soeben eine neue Erfahrung in ihrem Leben gemacht: Sie waren zum ersten Mal wählen. „Wir haben uns extra für dieses Stadion entschieden – und es ist ein großer Moment für uns“, sagt Lizzie im Gespräch mit der Deutschen Welle. So wie ihr geht es vielen an diesem Tag in Boston an der US-Ostküste.

Es ist der Auftakt zum “early voting”. Bis zum 30. Oktober können Frühwähler ihre Stimme für die Präsidentschaftswahl am 3. November abgeben. Insgesamt 27 Lokale stehen dafür in Boston zur Verfügung. Doch keines ist so historisch, so einzigartig und so groß wie der Fenway Park. Der 1912 eröffnete Ballpark ist das älteste Baseball-Stadion der USA und Heimat der traditionsreichen Boston Red Sox.

50 Vereine öffnen Wählern ihre Tore

Der Verein hat, wie 49 weitere Klubs aus der Major League Baseball (MLB), National Football League (NFL), den Basketball-Ligen NBA und WNBA, sowie der Eishockey-Liga NHL und Major League Soccer seine Arena-Pforten geöffnet. Noch nie waren Profiklubs so sehr rund um die Wahl des amerikanischen Staatsoberhauptes engagiert, wie dieses Mal. Von New York City bis hinüber nach Los Angeles, von San Antonio im tiefsten Texas bis hinauf nach Green Bay in Wisconsin sind Spielstätten, Trainingshallen und Parkplätze Wahllokale oder Orte, an denen man sich für die Wahl registrieren lassen kann.

Was cool klingt hat einen ersten Hintergrund: die Coronavirus-Pandemie. Die üblichen Schauplätze wie Schulen, Rathäuser oder örtliche Feuerwehren sind in Zeiten von Covid-19 mitunter nicht in der Lage, große Menschenmassen unter Einhaltung des vorgegebenen Sicherheitsabstandes zu bewältigen. In den Sport-Arenen hingegen ist das mühelos machbar.

Effizient, weiträumig, sicher

Und so warten zahlreiche Bostonians am Samstag mit Mundschutz und zwei Meter voneinander entfernt bei 14 Grad…